Palmsonntag 2020 im Pfarrverband Lammertal

Sonntag, 05.04.2020 00:00 Uhr bis 23:55 Uhr
Ort: Pfarre Abtenau, 5441 Abtenau
Veranstalter: Pfarre Abtenau

Liebe Schwestern und Brüder,

 

AUFGRUND DER VERSCHÄRFTEN MASSNAHMEN DER BUNDESREGIERUNG GIBT ES IN DEN KIRCHEN DES PFARRVERBANDS (entgegen anderer Ankündigungen) KEINE ALLGEMEINE SEGNUNGEN DER PALMZWEIGE.

Es ist die Zeit der Hauskirche

Im Philipperbrief lesen wir „Ich habe gelernt, mich in jeder Lage zurechtzufinden: Ich weiß Entbehrungen zu ertragen, ich kann im Überfluss leben.“ (vgl. Phil 4,11-12). Anpassungsfähigkeit ist uns Christinnen und Christen gleichsam in unsere DNA geschrieben. In diesen Tagen der vielen wichtigen auferlegten Einschränkungen verbringen die Menschen viel Zeit zu Hause und in ihren Familien. Das hat auch Folgen für das eigene und gemeinsame Glaubens- und Gebetsleben. Es ist die Stunde der Hauskirche. Das gilt auch für die Feiern vom Palmsonntag bis zur Osternacht. So „werden unsere Wohnzimmer dieser Tage gleichsam zu Kirchenbänken“. (Erzbischof Franz Lackner)

Eine kleine Gruppe wird stellvertretend für unseren Pfarrverband in den Kirchen Abtenau, Annaberg und Rußbach hinter verschlossenen Türen den Palmsonntag feiern und stellvertretend für alle die Palmbuschen segnen. Ich lade euch ein, dass ihr euch geistlich und geistig mit uns verbindet. Abtenau: 8 Uhr; Annaberg: 8 Uhr; Rußbach: 8.30 Uhr

Wir laden euch ein, sich zu diesen Zeiten als Hauskirche mit dem Wort Gottes, dem Bibelgespräch, dem gemeinsamen Beten oder im Lobpreis im Glauben mit der kleinen Gemeinde in der Kirche zu verbinden. Hier findet ihr einen Vorschlag, wie man den Palmsonntag zuhause feiern kann und die Palmbuschen segnen kann:
Palmsonntag zu Hause feiern

Livestream und mehr: #trotzdemnah

In den Kirchen Abtenau, Annaberg und Lungötz liegen Palmbuschen bereit, die gegen eine Spende mitgenommen werden können.

Gott begleite euch mit seinem Segen!

P. Virgil Steindlmüller OSB, Pfarrprovisor

Gedanken von Erzbischof Franz Lackner zur Tradition der "Geistlichen Kommunion"
(aus dem Brief an die Priester und Diakone vom 27. März 2020):

"...Reduktionen (gemeint sie die Gottesdienste in der eingeschränkten Form, erg. von P. Virgil) wie diese sind schmerzlich. Sie zwingen uns, auch theologisch bis an die Grenzen des Denkbaren zu gehen. Die Theologie hat dies mit der Denkfigur der „Geistigen Kommunion“ getan, die lehramtlich erstmals vom Konzil von Trient aufgegriffen wurde (vgl. DH 1648 und 1747). Sie besagt, dass in Notsituationen wie der unsrigen der Wunsch, das Sakrament der Eucharistie zu empfangen, an die Stelle des sakramentalen Empfangs treten kann. Das allgemeine sakramententheologische Prinzip, das dieser Lehre zugrunde liegt, wird bereits bei Thomas von Aquin greifbar: „Die Wirkung des Sakraments kann von jemandem erfahren werden, wenn er das Sakrament dem Verlangen nach hat, obgleich er es nicht in Wirklichkeit empfängt.“ (S. th. III, 80, 1 ad 3). Wer geistig kommuniziert, begeht also kein bloßes „Als-ob“. Er empfängt wirklich die vom Sakrament der Eucharistie vermittelte Gnade. Mit dem Wunsch, den Leib Christi zu empfangen, ereignet sich ein echtes Kommunizieren der heiligen Speise und damit auch eine wahrhaftige Begegnung mit dem Herrn.

Diese Lehre, liebe Brüder, scheint mir für die diesjährige Feier der Kar- und Ostertage entscheidend zu sein. Wir können in der gegenwärtigen Situation nur angemessen Eucharistie feiern, wenn es uns gelingt, auch diejenigen in die eucharistische Begegnung mit dem Herrn einzubeziehen, die aufgrund der aktuellen Lage physisch nicht an der Liturgie teilnehmen können. Dazu ist der Gedanke der Stellvertretung ebenso unverzichtbar, wie die Praxis der „Geistigen Kommunion“, die immer auf das sakramentale Geschehen hingeordnet bleibt.

Die erhebende Dimension der Liturgie, die Verehrung Gottes im Kult, wird nach der Liturgiekonstitution des Zweiten Vatikanums vom gesamten mystischen Leib Christi vollzogen (vgl. SC 7). Er umfasst neben Christus, dem Haupt dieses Leibes, auch alle Getauften als dessen Glieder. Wenn wir Liturgie feiern, tun wir dies daher nie alleine. Wir dürfen in Gemeinschaft mit der gesamten communio sanctorum in das Lob Gottes einstimmen, wie uns die Messpräfationen in Erinnerung rufen: „Darum jubelt der ganze Erdkreis in österlicher Freude, darum preisen dich die himmlischen Mächte und die Chöre der Engel und singen das Lob deiner Herrlichkeit.“ (MB I, 139) Vielleicht kann uns gerade die gegenwärtige Irritation über die Einschränkung unserer physischen Gottesdienstgemeinschaft dabei helfen, ein neues Bewusstsein für die Beteiligung aller Getauften am eucharistischen Geschehen zu entwickeln..."

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