Die Anfänge
Schon Ende des 19. Jahrhunderts entsteht in der Bevölkerung der Katastralgemeinde Rigaus (damals noch Riegaus – dazu gehören Pichl, Wegscheid, Seydegg und Wallingwinkel) der Wunsch nach einer eigenen Kirche im Gebiet der heutigen Voglau. Der Weg in die Pfarrkirche ist lang und beschwerlich, jener nach Scheffau und Golling nicht viel kürzer und einfacher.

Deshalb kommt es schließlich im August 1903 zur Gründung des Kirchenbauvereins Riegaus. In seinem Brief an Abt Willibald Hauthaler (Abt von St. Peter von 1901 – 1922) vom 28. August 1903 berichtet P. Augustin Jungwirth (Kooperator in Abtenau von 1900 – 1906) von der Gründungsversammlung des Kirchenerhaltungsvereins Riegaus. Aus Angst vor den „Marktlern“, die die Versammlung verhindern, die Rigauser vom Eintritt in den Saal abhalten und Unstimmigkeiten in die Versammlung bringen könnten, habe man kaum Informationen nach außen dringen lassen. Die „Marktler“ hätten aufgrund dieser Vorsichtsmaßnahmen von den Vorgängen kaum Notiz genommen und die Versammlung sei gut verlaufen. Auch habe man bereits 200 Kronen an Spendengeldern sammeln können.
Gegen diese Vereinsgründung und gegen die Absicht, in der Rigaus eine eigene Kirche zu errichten, gab es massive Widerstände vonseiten der Marktbürger. Als diese schließlich von der Versammlung und seiner Absicht erfuhren, war man darüber sehr ungehalten und schickte alsbald eine Delegation zum Abt nach Salzburg.

In einem Bericht, datiert vom 1. September 1903, schreibt Abt Hauthaler, dass eine Abordnung aus Abtenau, bestehend aus Gemeinderat Aumüller, Bäcker Lanzinger, Krämer Erlfelder, Neuwirt und Kerschbaumerwirt, bei ihm gewesen sei, mit der Bitte, den Kirchenbau in der Rigaus zu ver-hindern oder wenigstens nicht zu fördern, da dadurch der ohnedies so arme Markt Abtenau ganz ruiniert würde und die allgemeine Sittlichkeit und Religiosität dadurch nicht gefördert würden. Verständlich wird die Ablehnung vielleicht auch dadurch, dass ursprünglich durchaus auch von einem eigenen Pfarrhof die Rede war, was ein zweites Zentrum und möglicherweise sogar eine spätere Teilung der Pfarre befürchten ließ. Die bürgerliche Delegation aus dem Markt erhält jedenfalls eine deutliche Abfuhr.
Ein von der Delegation als Alternative vorgeschlagener Anbau an die Pfarrkirche wird wegen der zusätzlichen Verunstaltung derselben und der dadurch notwendigen Friedhofsverlegung vom Abt abgelehnt. Über dieses Ansinnen hatte man sich auch in Abtenau bereits Gedanken gemacht: P. Augustin vermerkt in einem Schreiben an den Abt, dass derzeit in der Kirche bei geschätzten 1.460 Besuchern bei 3.500 Einwohnern um 300 Sitzplätze zu wenig seien, ein Anbau aber nur 62 zusätzliche Sitzplätze brächte. Es müssten aber ebenso 62 Gräber weichen und eine Prozession um die Kirche werde dadurch unmöglich.
Abt Willibald Hauthaler teilt den Abtenauern mit, dass er die Gründung neuer Seelsorgekirchen in der westlichen Rigaus, in der Voglau oder bei Pichl und eine weitere beim Schwaigsteg oder beim Handlhof (heute: Rupertushof) in Zukunft für unerlässlich hält. Deshalb habe er den Vertretern aus der Rigaus den Auftrag gegeben, einen Kirchenbauverein zu gründen, damit ein Anfang gemacht ist. Er könne in seiner Stellung dem nicht entgegenstehen und auch der Fürsterzbischof habe sich bereits für das Projekt ausgesprochen. Die geistliche Seelsorge habe für alle da zu sein, nicht nur für den Markt. Außerdem würden die Rotten die Pfarrkirche mehr nützen als der Markt. Dieser müsste schon selbst sehen, wie er seinen Bestand sichern könnte!
In den Vereinsstatuten vom 22. Juni 1903 steht unter §7 – Verwaltung, dass unter den Funktionären womöglich ein Geistlicher sein soll. Im §13 – Auflösung wird festgehalten, dass das Vereinsvermögen im Falle einer Auflösung vor dem Erreichen des Vereinsziels dem Pfarramt Abtenau zu übergeben sei, welches es bis zum Erreichen des Vereinsziels fruchtbringend anlegen müsse. Dieser Paragraf sollte noch eine wichtige Rolle spielen.
In einem Brief an den Abt, datiert vom 23. Februar 1904, stellt P. Augustin bereits Berechnungen über Baukosten und notwendige Größe der neuen Kirche an. Bei einer Bevölkerung von 1.044 Erwachsenen und 150 Schulkindern im Einzugsbereich der Kirche wird bei 70-prozentigem Kirchenbesuch von 900 benötigten Sitzplätzen ausgegangen. Allerdings wird auch die Scheffau mit rund 200 Einwohnern miteinberechnet, wodurch sich der Einzugsbereich von der Katastralgemeinde Seydegg bis Scheffau erstrecken würde. Außerdem will der Verein erreichen, dass sämtliches Baumaterial an Stelle geliefert wird. Selbiger stellt auch Planvergleiche mit der Abtenauer und der Ostermiethinger Kirche an.
Am 2. Jänner 1905 beträgt das Vereinsvermögen bereits 12.200 Kronen und 400 Kronen jährlicher Vereinsbeitrag können erwartet werden. Zimmerermeister Huber wird mit der Planung einer Kirche beauftragt. In einem undatierten Schreiben berichtet P. Augustin, dass man in Kelchsau/Tirol einen gebrauchten Altar ausfindig gemacht habe. Ein Foto dieses Altars lag ursprünglich dem Schreiben bei. Auch stellt man die Anfrage, ob bei günstiger Gelegenheit ein Weihwasserbecken sowie ein Taufstein angekauft werden könnten. Auch die Frage nach dem Erwerb eines Baugrundes wird aufgeworfen. Das Stift St. Peter möge eine solchen erwerben und dem Verein übergeben. Hier dürfte schon länger das Riegergut ins Auge gefasst worden sein. Die Bäuerin sei alt, alleinstehend und wohl auch einem Verkauf nicht ganz abgeneigt. In einem Schreiben vom 3. April 1905 mahnt P. Augustin, dass mit dem Kauf nicht mehr länger gezögert werden dürfe, weil sonst die Riegerbäuerin ihre Meinung ändern könnte. Er führt das Alter der Frau ins Treffen und dass sie derzeit Verdrießlichkeiten mit den Dienstboten habe, die sie loswerden wolle, was ihr Hauptbeweggrund für den Verkauf sei. Das Stift möge dann das Lehen dem Verein als Unterstützung übergeben. Außerdem wurde eine mögliche Hintertreibung durch den Bärwirt befürchtet.

Der Schätzwert mitsamt den Almen betrug beim niedrigst angenommenen Satz 49.300 Kronen. Ferner werden vorteilhafte Finanzierungsmöglichkeiten durch Teilverkäufe und Ratenzahlungen genannt, auch würde der Wert der Gründe durch eine Kirche in der Nähe in Zukunft steigen.
Am 6. April 1905 wird ein Antrag dem Kapitel zur Beratung vorgelegt. Einen Kaufbeschluss gibt es vorerst nicht, denn bereits am 16. September drängt P. Augustin erneut auf einen sofortigen Kauf, da im Falle des Todes der Bäuerin das Vormundschaftsgericht den Verkauf untersagen könnte und zudem der Kaufpreis derzeit sehr niedrig wäre. In einem Kapitelbeschluss wird schließlich am 22. Dezember 1905 mit 15:1 Stimmen für den Ankauf des Riegergutes gestimmt. Der Kauf erfolgt mit Kaufvertrag vom 14. Jänner 1906 zu einem Kaufpreis von 30.000 Kronen, allerdings ohne Alm (Alpsanteil an der Alpbichlalm mit der heutigen Schörghofhütte) und ohne die dazugehörige Sill.
In einem Brief des Vereins an die Bezirkshauptmannschaft Hallein vom 17. November 1905 wird die Grundsteinlegung für das Jahr 1906 in Aussicht gestellt. Zu diesem Zeitpunkt sind die Verkaufsverhandlungen mit der Riegerbäuerin also bereits sehr weit gediehen oder sogar schon abgeschlossen.
In der Generalversammlung 1905/06 wird von konkreten Zusagen über Baumaterial-lieferungen und Kaufpreisverhandlungen für Ziegel berichtet. Als Bauplatz für die Kirche wird der sogenannte Blochplatz genannt. Der Bau selbst würde neben dem von den Mitgliedern selbst gestellten Baumaterial Kosten von mehr als 100.000 Kronen verursachen.
Am 4. Februar 1906 wird berichtet, dass 1.000 Schriftstücke, davon 850 Bittgesuche ausgeschickt worden seien. Ein Exemplar davon befindet sich im Eigentum des Abtenauer Museumsvereins. Der Kirchenbauverein hat zu dieser Zeit bereits 200 Mitglieder.
Der Kirchenbauverein hatte bis zu diesem Zeitpunkt in P. Augustin stets einen starken Befürworter und Unterstützer.
Die Bürgerschaft des Marktes hat indes aber nie aufgehört, gegen dieses Projekt zu votieren und es möglichst zu verhindern. In Kooperator P. Alfred Mayer (1879 – 1959) findet diese schließlich auch einen Mitstreiter im Klerus. In einem undatierten Brief an den Abt spricht sich P. Alfred deutlich gegen den Kirchenbau in Rigaus aus. Als Argumente führt er die Feindschaft und den Hass im Markt an. Vor allem bezweifelt er aber die Notwendigkeit eines solchen Baus. Außerdem, so schreibt er, werde die Kirche ein, zwei Wirtshäuser zur Folge haben mit mehr Trinkerei und Tanz als auf dem Radochsberg, seit es dort die Kapelle gebe. Er könne deshalb kein Förderer des Projekts sein, außer es werde ihm vom Abt ausdrücklich angeordnet.
Der Baubeginn verzögert sich also weiter. In einem Brief des Vereinsobmannes Förster J. Mödlhammer an den Abt schreibt dieser am 20. April 1907, dass die Rigauser wegen des immer wieder hinausgeschobenen Baubeginns allmählich die Geduld verlieren würden.
Doch die Jahre ziehen ins Land und der Bau wird nicht begonnen. Zudem steigen die projektierten Kosten schneller, als das Vermögen des Vereins. In einem Brief vom 18. April 1911 schreibt P. Albert Menneweger (Kooperator in Abtenau vom 22.08.1909 bis zum 18.06.1923) an den Abt von St. Peter betreffs Kirchenbau, dass sich die Vereinsmitglieder verpflichtet hätten, die noch ausstehenden 33.000 Kronen auf die notwendige Summe von 60.000 Kronen bis zum Jahr 1912 aufzubringen. Man verpflichte sich auch zum notwendigen Robot, falls vom Stift St. Peter schriftlich zugesichert werde, dass der Bau begonnen und bis 1916 so fertig gestellt sei, dass darin Gottesdienste abgehalten werden könnten.
Das Vereinsvermögen ist von 1903 mit einem Startkapital von 2.011 Kronen und 72 Heller bis zum 30. Juni 1913 laut Kassabericht auf stolze 42.431,34 Kronen angewachsen. Im Sommer 1914 bricht der Erste Weltkrieg aus und auch der Kirchenbauverein muss nun das „große Schlachten“ mitfinanzieren.
Die Zwischenkriegszeit
Am 31. Dezember 1918 werden im Kassaabschluss ein Betrag von 98.904,96 Kronen und Kriegsanleihen in Höhe von 301.600 Kronen ausgewiesen.
Am 16. Mai 1920 erwirbt der Kirchenbauverein vom Stift St. Peter den Riegerhof, um das aufgrund einer gigantischen Inflation noch verbliebene Geld vor der endgültigen Entwertung zu retten – so heißt es in einer Vereinsgeschichte, die anlässlich einer Erneuerung des Turmkreuzes 1993 vom damaligen Obmann Josef Kurz und Pfarrer P. Albert Wieser in der Kugel hinterlegt worden ist. Ein Mitgliederbuch aus dem Jahr 1923 verzeichnet 140 Mitglieder aus den Rotten Wallingwinkl bis Wegscheid.
Aus den folgenden Jahren bis 1938 sind leider keine Aufzeichnungen mehr greifbar. Aus einer späteren Notiz geht jedoch hervor, dass der Verein im Jahr 1930 die baufällig gewordene Strubkapelle saniert, sodass sie für Gottesdienste genutzt werden kann. Für diese besteht schon seit dem Jahr 1864 eine gültige Messlizenz.
Die Zeit des Nationalsozialismus
Turbulent wird schließlich die Zeit nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich: Der damalige Bürgermeister Josef Winkler (1939 – 1942) wirft bereits früh ein Auge auf das Vereinsvermögen und versucht, dessen habhaft zu werden. Schon im Mai 1938 will er es zum Bau einer Hauptschule einsetzen. Der Druck auf den Verein erhöht sich. Der Bürgermeister will, gemeinsam mit dem Oberlehrer, eine Einberufung zu einer Vereinsversammlung zum Zwecke der Auflösung erzwingen. Obmann Thomas Auer tritt zurück und weigert sich, der Einberufung zur Generalversammlung Folge zu leisten. Auch der Vereinsausschuss weigert sich. Inzwischen hat man über das fürsterzbischöfliche Ordinariat Erkundigungen eingezogen und die Bestätigung erhalten, dass eine zwangsweise Auflösung nicht möglich sei. Der Bürgermeister und der Oberlehrer berufen daraufhin eine Versammlung über den Umweg der Schulkinder ein. Diese wird allerdings von der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) verboten, welche in einem Brief dem Bürgermeister mitteilt, dass er sich aus Dingen herauszuhalten habe, die ihn nichts angingen. Am 3. Juli 1938 wird eine ordentliche Jahres-hauptversammlung abgehalten, die Vereinsführung wird neu gewählt und Vereinsstatuten werden neu gefasst, die dann auch von der Gestapo genehmigt werden. Ein Mitgliederverzeichnis vom 3. Juli 1938 listet 84 Mitglieder auf. In einem Bescheid vom 4. Oktober 1938 erhält der Verein vom Stillhaltekommissär die „Freistellung“ seines Vermögens und somit wieder die freie Verfügbarkeit über das Geld. Dieses sei aber an eine Wiener Bank zu überweisen. Der Baubeginn ist wieder einmal unmittelbar nach dieser „Freistellung“ geplant.
Indes gibt Bürgermeister Winkler nicht auf, wobei ihm zuhilfe kommt, dass es damals viel schwerer war als heute, an Informationen zu gelangen und Rechtsauskunft zu erhalten. Er behauptet, zum Kommissär bestellt worden zu sein. Die Verhältnisse in Wien hätten sich geändert und er wolle nur das Vereinsvermögen retten. Mit dem Versprechen von Steuererleichterungen überredet er einige Vereinsmitglieder zu einer statutenwidrigen Versammlung. Die Ungültigkeit der bestehenden Statuten wird fingiert, es wird ein Vereinsausschuss gebildet und folgende Beschlüsse werden gefasst: Verkauf des Riegerlehens, Vergrößerung der Privatkapelle des Strubbauern und Übergabe des Restgeldes an die Gemeinde. Nicht zuletzt wird der Kirchenbauverein in einen Schulhausbauverein umgewandelt. Mit dem verbliebenen Geld möge eine Hauptschule gebaut werden. Mit Bescheid vom 16. Jänner 1939 wird der alte Verein aufgelöst.
Der Strubbauer wird mit dem Versprechen, dass seine Kapelle saniert und ausgebaut wird, dazu verlockt, sich als Obmann wählen zu lassen. Später bedauert er dies sehr und macht die falschen Informationen durch den Bürgermeister dafür verantwortlich. Bereits am 6. Februar 1939 schreiben Mitglieder des Kirchenerhaltungsvereins einen Brief an das fürsterzbischöfliche Ordinariat, worin sie ihre Mitgliedschaft zum ursprünglichen Kirchenbauverein bekräftigen und namentlich Unterzeichnete nur durch Täuschung und Falschauskunft überredet worden seien.
Wie bereits kurz angedeutet, muss man auch in diesem Zusammenhang die damaligen Verhält-nisse beachten: Die Medienvielfalt ist bescheiden und die wenigen Medien sind unter der Kontrolle der Machthaber. Die Bevölkerung erfährt nur, was dem Regime genehm ist: Auf dem Land gibt es kaum Zeitungen, im Radio hört man wiederum nur die staatliche Propaganda. Salzburg ist bei den damaligen Verkehrsmöglichkeiten weit entfernt und es ist auch dort schwierig, sich zu informieren. Deshalb fällt es dem Bürgermeister auch leicht, mit falschen Informationen die Leute auf seine Seite zu ziehen.
Die Strubkapelle ist, wie schon erwähnt, 1930 vom Kirchenbauverein saniert worden, jedoch nun erneut in einem sehr schlechten Zustand. Baumeister Kronreif bestätigt in einem Gutachten, dass die Kapelle einen Erweiterungsbau nicht vertragen würde. Auch unter den Vereinsmitgliedern und in der Bevölkerung wird dieser Plan nicht goutiert, da eben schon einmal Geld in die Sanierung geflossen ist. Das Vereinsvermögen stellt sich laut einem Kassabericht vom 28. November 1938 wie folgt dar:
- Riegerlehen
- Sparbuch bei der Raiffeisenkasse Abtenau: 8.641 Schilling
- Sparbuch bei der Salzburger Sparkasse: 6.169,13 Schilling
- Spendengelder: 300 Reichsmark (RM)
Auch ein fertiger Bauplan für die Kirche liegt vor. Obmann und Obmann-Stellvertreter des regulären Vereins schreiben daraufhin einen Brief an das fürsterzbischöfliche Ordinariat, worin sie die Geschehnisse in Abtenau schildern und um Hilfe und Intervention bei den zuständigen Behörden bitten. Doch der politische Wind hat sich gedreht. Im Jänner 1939 erhält Pfarrer P. Johannes Kugler (Kooperator in Abtenau vom 01.10.1926 bis zum 06.01.1928 und von 1931 bis 1933 sowie Pfarrprovisor in Abtenau von 1933 bis 1939) aus Salzburg von Landrat Renner einen folgenschweren Brief, datiert vom 26.01.1939:
Die Umbenennung in „Schulhausbauverein Abtenau“ sei genehmigt und in das Vereinsregister eingetragen worden. Dem Pfarrer wird untersagt, sich weiter als Funktionär des Kirchenbauvereins zu betätigen, andernfalls werde er aus Abtenau entfernt. Eine Einberufung zu einer außerordentlichen Vollversammlung am 5. Februar 1939 wird
untersagt. Mit diesem Brief wurde der statutenwidrige „Schulhausbauverein“ also im Nachhinein legitimiert. Im Zeitraum vom 30. Dezember 1937 bis zum 1. Februar 1939 sind keine Gemeindevertretungssitzungsprotokolle erhalten geblieben, weshalb die damaligen Vorgänge zum jetzigen Zeitpunkt nicht rekonstruiert werden können. Ob auf Druck der Nazis oder aus Vorsicht – 1939 kommt jedenfalls P. Eberhard Steinbrecher als neuer Pfarrer nach Abtenau und hat dieses Amt bis 1946 inne.
Am 6. Februar 1939 schreiben, wie bereits erwähnt, Mitglieder des Kirchenbauvereins einen Brief an das fürsterzbischöfliche Ordinariat, bekräftigen darin ihre Mitgliedschaft zum alten Verein und dass manche von ihnen nur durch Täuschung und Falschauskunft vonseiten des Bürgermeisters zum Mitmachen überredet worden seien. Im März 1940 erhalten die Vereinsmitglieder aus dem Landratskreisamt Hallein die Aufforderung, ihren Kirchenbauverein doch neu anzumelden und Statuten beizulegen. Dies geschieht unter Beilage neuer Statuten vom 31.03.1940 unter dem alten Namen „Riegauser Kirchenbauverein in Abtenau“. Dieser Verein ist nun aber vermögenslos geworden.
Das Riegerlehen wird, wie aus einem Brief des Pfarrers P. Bonifaz Kinz (1897 – 1971; Pfarrvikar in Abtenau vom 26.01.1946 bis zum 02.12.1971) vom 28.10.1946 an einen Salzburger Notar hervorgeht, von der Gemeinde Abtenau um 18.500 Reichsmark an die Deutsche Wiederansiedlungsgesellschaft verkauft und diese überlässt den Grund schließlich um 11.655 RM Herrn Georg Eder. Dabei wird allerdings ein Grundstück im Ausmaß von ca. einem halben Hektar zurückbehalten, um dort den Bau einer Arbeiterwohnsiedlung zu ermöglichen. Ein Sparbuch mit 4.590,57 RM Einlage ist bei der Gemeinde hinterlegt, ein weiteres in der Raiffeisenkasse Abtenau bei den Altbüchern. Die Höhe der Einlage ist zu diesem Zeitpunkt noch unbekannt.

Von der Nachkriegszeit bis heute
Nach Kriegsende geht der Verein rasch wieder daran, das enteignete Vermögen zurückzugewinnen. Anlass für den oben erwähnten Brief ist eine Aufforderung des Notars an den Verein, zwecks Wiederherstellung das eingezogene Vermögen bei der Bezirkshauptmannschaft namhaft zu machen. Bereits am 1. Oktober 1946 schreibt P. Eberhard Steinbrecher an den Pfarrer einen Brief und fordert ihn auf, bei der Landesregierung rasch den Antrag auf Wiederkonstituierung zu stellen. Dazu seien fünf „parteifreie“ Mitglieder (Personen, die nicht der NSDAP angehört haben) notwendig. Schon am 4. Oktober 1946 stellen die ehemaligen Ausschussmitglieder in einem Brief an die Salzburger Landesregierung den Antrag auf Wiederbelebung und Neukonstituierung
des Vereins und auf Rückgabe des Vereinsvermögens.
Am 29. Juni 1947 kommt es schließlich zu einer Vollversammlung und einer Wiederkonstituier-ung des Vereins. Folgender Ausschuss wird gewählt:
- Obmann: Johann Rettenegger (Kleinreit)
- Stellvertreter: Georg Struber (Schmitzberg)
- Schriftführer und Kassier:
- P. Bonifaz Kinz (Pfarrer)
- sechs weitere Ausschussmitglieder
Mit Bescheid der Sicherheitsdirektion Salzburg vom 22.09.1947 kann der Verein seine Tätigkeit nach der Wahl des Vorstandes beginnen, der Auflösungsbescheid vom 16.01.1939 wird außer Kraft gesetzt.
In einem Brief an Pfarrer Kinz vom 28. August 1947 bittet ihn der Salzburger Notar Nekarda zu einem Gespräch mit einem Domkapitular. In diesem Brief wird erstmals die Möglichkeit eines Vergleichs mit den derzeitigen Besitzern des Riegergutes angesprochen. Es bestehe zwar das Recht auf Refundierung des Vermögens, es bestehe aber auch die Möglichkeit eines Einspruchs der Bauernkammer bezüglich der landwirtschaftlichen Grundstücke. Ein solcher Vergleich wird schließlich am 30. Juli 1949 geschlossen, da der Hof vom Ehepaar Eder ehrlich erworben worden war. Der Kirchenbauverein behält im Wesentlichen die noch heute in seinem Besitz befindlichen und die später als Bauparzellen verkauften Grundstücke, der Großteil aber verbleibt im Besitz der Familie Eder. Außerdem erhält die noch zu bauende Kirche das Recht, jährlich vom Riegergut einen Festmeter Nutzholz zu beziehen. Da aber das ganze Gut ursprünglich von der Gemeinde verkauft worden ist, bleibt gegenüber der Gemeinde ein Rückstellungsanspruch des Kaufpreises noch offen. Wie überall hat man auch im Gemeindeamt nach dem Zusammenbruch des „Dritten Reiches“ so manches belastende Material im Feuer entsorgt, sodass Protokolle und Akten unwiederbringlich verloren sind. Jedenfalls beschließt die Gemeindevertretung am 29. Jänner 1949, dem Kirchenbauverein das Vereinsvermögen, soweit es sich noch im Besitz der Gemeinde befindet, im Vergleichswege sicher zurück zu stellen. Der von Notar Dr. Alois Nekarda aufgesetzte Vergleich wird einstimmig angenommen.
Die Gemeinde hatte jedoch beim Verkauf drei Parzellen zwischen der heutigen Firma 2f-Leuchten und der Volksschule zurückbehalten. Sie bittet nun darum, gegen angemessene Bezahlung, von der Rückgabe absehen zu dürfen, da der Grund dringend für den Bau von Arbeiterwohnhäusern gebraucht würde und zu einer Wohnsiedlung umgewidmet werden soll. Der Vereinsvorstand erkennt die soziale Notwendigkeit an, schlägt aber die Parzellen zwischen dem Tischlerhaus und dem Riegerhaus vor, da diese weniger hochwassergefährdet wären. Es handelt sich also um die Parzellen vom Steiner- bis zum ehemaligen Kapfinger-haus (heute: Verwaltungs-trakt des Möbelwerkes). Ein Kaufvertrag aus dem Jahr 1950 belegt aber, dass Fam. Kapfinger den Baugrund dem Kirchenbauverein abgekauft hat. Es dürfte also zu einem Kompromiss gekommen sein und im Zuge dessen die Grundparzellen von der Feuerwehrzeugstätte bis Hans Putz verkauft worden sein. Dies wird auch durch das Gemeindevertretungs-sitzungsprotokoll vom 27. Juli 1952 bestätigt, in welchem bei der Kostenaufstellung für den Bau der Voglauer Feuerwehrzeugstätte zu lesen ist, dass ein gemeindeeigener Baugrund im Wert von 4.500 Schilling zur Verfügung gestellt worden ist.
Regressansprüche werden auch gegenüber dem Sägewerk Steinacher (Penzenausäge) gestellt, das damals am Fuße des Voglauberges gestanden ist und Kirchengründe diesseits der Lammer als Holzlagerplatz genutzt und in sein Eigentum übernommen hat.
Nachdem alle rechtlichen Fragen geklärt sind, kann man sich endlich wieder daran machen, das eigentliche Ziel zu verfolgen, nämlich den Bau einer eigenen Kirche. Allerdings kann die ehemals geplante Kirche nicht verwirklicht werden – sie wäre zu groß und zu teuer geworden. Ein Modell davon wurde zufällig am Dachboden des Voglauwirts gefunden und steht im Abtenauer Heimatmuseum. Der 1938 bestehende Plan konnte jedoch bis dato nicht aufgefunden werden.
1952 wird eine Parzelle südlich der heutigen Kirche in mehrere Baugründe aufgeteilt und in der Folge verkauft. Darauf stehen heute die Häuser Menneweger, Struber, Steiner, Glatz und ehemals das Haus Kapfinger.
Der Erlös aus dem Grundverkauf fließt in den Kirchenbau. Aber dieser reicht bei weitem nicht. Die Bauern spenden das Bauholz, in der Voglausäge wird es unentgeltlich geschnitten, die Arbeiter leisten Schichten, das Kloster und die erzbischöfliche Finanzkammer leisten kräftige finanzielle Unterstützung und der seinerzeitige Kassier Josef Kurz sowie Kooperator P. Ildefons Wimmer (1905 – 1983; Kooperator in Abtenau vom 09.10.1945 bis zum 18.09.1947 und vom 13.02.1958 bis zum August 1962; Bauleiter der Kirche Rigaus) führen bei der Bevölkerung eine Sammlung durch. 1960 hat der Architekt Robert Posch die Pläne und notwendigen Unterlagen fertig und im Herbst kann endlich mit dem Bau begonnen werden. Am 14. Mai 1961 wird feierlich der Grundstein gelegt und dann der Rohbau aufgestellt. Dieser wird vom Baumeister Kronreif ausgeführt, Zimmerermeister Rupert Posch bewerkstelligt den Dachstuhl, die Spenglerei Windhofer fertigt das Dach und die Tischlerei Gschwandtner & Zwilling die Kirchenbänke. Den marmorartigen Altartisch aus Travertin spendet Baron Mayr-Melnhof aus Salzburg, der Altar selbst stammt aus dem Stift St. Peter – er wird weiter unten in einem eigenen Kapitel genauer beschrieben. Das westseitige Glassteinfenster spendet der damalige Jagdherr im Lienbachtal, Baron Benedikt von Fürstenberg. Auch die Monstranz ist eine Stiftung aus Deutschland. Der Kreuzweg und ebenso die Weihnachtskrippe, ein Werk von P. Roman Morandell (1914 – 2004; Kooperator in Abtenau vom 06.02.1946 bis zum 01.09.1961), gehören heute zu den Kostbarkeiten des Gotteshauses. Die bronzenen Türgriffe schuf der Halleiner Bildhauer Bernhard Prähauser.
Wie sehr sich P. Ildefons für den Neubau einsetzt, geht aus einer Äußerung des Pfarrers P. Bonifaz Kinz hervor, der sich beklagt, dass sein Kaplan mehr in der blauen Kluft unter den Arbeitern zu finden sei und die Seelsorgearbeit von den anderen Mitbrüdern mitgemacht werden müsse.
Am 26. August 1962 werden von Erzabt Franz Bachler die Glocken sowie das Kreuz geweiht. Am 12. Oktober 1962 findet die Weihe des Gotteshauses statt und der „Hl. Josef der Arbeiter“ wird zum Kirchenpatron bestimmt. Das Kirchenpatrozinium wird deshalb auch am 1. Mai gefeiert. Die Mensa (der Altartisch) des Hochaltars erhält Reliquien der Märtyrer Castus, Aureus und Eutropius. Nur einen Tag nach der Einweihung zieht P. Ildefons als neuer Pfarrer nach Grödig.
Unter Kooperator P. Bruno Becker wird 1984 die Kirche zum ersten Mal renoviert. Im Zuge dessen wird über der Sakristei ein Jugendraum eingerichtet. Im Jahr 1992 erhält die Kirche von Josef Kurz und Maria Gschwandtner die Statuen des Hl. Josef und der Mutter Gottes als Spende und Pfarrer P. Coelestin Schindlauer schenkt der Kirche sieben Tage vor seinem plötzlichen Tod das große Kreuz, das über der Apsis hängt. Alle drei Skulpturen hat der Holzschnitzer Martin Seer aus Wagrain geschaffen. 1993 wird das bereits durchgerostete eiserne Turmkreuz durch eines aus Kupfer ersetzt und am 1. Mai von Dechant Sebastian Wallner unter der Assistenz von Pfarrer P. Albert Wieser und Kooperator P. Benedikt Röck geweiht und am Turm befestigt.
1998 ist eine weitere Sanierung, vor allem im Bereich der Sakristei und der Außenfassade, notwendig. Kostenvoranschläge belaufen sich auf etwa 135.000 Schilling. Da die Vereinskasse leer und der bisherige große Wohltäter Josef Kurz verstorben ist, entschließt man sich zu einer Sammelaktion in der Bevölkerung, um das dringend benötigte Geld für die Arbeiten aufzubringen. Gerade Obmann Josef Kurz hat in jener Zeit immer wieder auch Rechnungen aus eigener Tasche beglichen, ohne je ein Wort darüber zu verlieren.
Im Jahr 2004 berufen die Mitglieder des Vereinsausschusses die Kirchenbesucher zu einer Versammlung im Anschluss an den Vorabendgottesdienst ein. Es wird die Frage aufgeworfen, was mit dem Gotteshaus in Zukunft geschehen soll. Der Vereinszweck, die Kirche zu bauen, ist erfüllt. Ein weiterer Grund für die Versammlung ist sicher der, dass wiederum eine Reihe von Sanierungs-maßnahmen anstehen. Der Verein besteht zum damaligen Zeitpunkt defacto nur noch aus den Vorstandsmitgliedern. Zwei Optionen werden diskutiert:
- Übergabe der Kirche an die Erzabtei St. Peter und die Auflösung des Vereins.
- Umwandlung des Vereins in einen Kirchenerhaltungsverein, wobei die Frage der weiteren Finanzierung zunächst ungelöst bleibt.

Die Anwesenden entscheiden sich für die zweite Möglichkeit und schlagen vor, dass Vereinsmitglieder aus dem Einzugsbereich der Kirche angeworben werden. Als zumutbarer Mitgliedsbeitrag werden 20 Euro vorgeschlagen. Die Mitgliederwerbung verläuft sehr erfolgreich: In der Kirche werden Eintragungslisten aufgelegt und Obmann Lipp Bernhofer und seine Helfer werben zahlreiche Mitglieder an. 160 Mitglieder werden auf diese Weise gewonnen und im November 2004 kommt es in der Kantine des Voglauer Möbelwerks zur Gründungsversammlung des nun so genannten „Kirchen-erhaltungsvereins Rigaus“. 2005 werden die neuen Statuten ausgearbeitet, bei der ersten General-versammlung im November beschlossen und der Vereinsbehörde vorgelegt. Mit Bescheid vom 24.02.2006 ist der neue Verein der rechtliche Nachfolger des bisherigen Kirchenbauvereins.
In den folgenden Jahren bis heute sind eine ganze Reihe von Sanierungs- und Ausbaumaßnahmen durchgeführt worden:
Schon 2005 werden die Kirchenbänke herausgenommen, die Wände neu ausgemalt sowie der Fußboden abgeschliffen und neu geölt. Auch das Buntglasfenster an der Westseite muss renoviert werden.
Die bisherigen langjährigen Ausschuss-mitglieder Sepp Lienbacher (Loimann), Sepp Schnitzhofer (Gschwand) und Sepp Windhofer (Thalger) legen ihre Funktionen zurück und erhalten für ihre verdienstvolle Tätigkeit eine Ehrenurkunde. Obmann Lipp Bernhofer wird für seine Verdienste im Dezember von Erzbischof Alois Kothgasser mit dem Orden der Hll. Rupert und Virgil geehrt. Im November 2006 legt er seine Funktion zurück und Georg Windhofer (Thalger Irgl) folgt ihm nach.
Im Jahr 2007 werden die Kommunionbänke entfernt, da sie keine liturgische Funktion mehr haben und oft ein Hindernis darstellen. Auch eine Lautsprecheranlage wird installiert, um es älteren Kirchenbesuchern zu erleichtern, die Gottesdienste gut mitzuverfolgen. Eine Funkanlage gewährleistet, dass bei den Palmweihen auch im Freien ein Mikrofon verwendet werden kann.
Nach einer Kontrolle im Mai 2008, muss der Turm mit dem Läutwerk augenblicklich vom Dach genommen werden. Er ist bereits stark angefault, weich wie ein Lebkuchen und vom Absturz bedroht. Sanierungskosten von rund € 25.000 fallen an. Durch gut begründete Unterstützungsansuchen an Land, erzbischöfliche Finanzkammer und Marktgemeinde Abtenau können jedoch rund € 22.000 aufgebracht werden. Die Erzabtei St. Peter beteiligt sich dabei ebenfalls großzügig mit € 7.000. Auch das Turmkreuz wird bei dieser Gelegenheit neu vergoldet und strahlt seither wieder glanzvoll in die Ferne. Am 12. Juli erfolgt bei einem feierlichen Gottesdienst die Kreuzaufsteckung.
2009 gestalten die Kinder der Volksschule Voglau ein Mosaikkreuz, das nach seiner Segnung an der Rückwand der Kirche aufgehängt wird. Schon im März spendet Thomas Angerer, Wieser in Scheffau, zwei große Kerzen, die beiderseits des Hochaltars befestigt werden. Auch die Orgel ist bereits alt und funktioniert nur noch teilweise. Einige Register funktionieren nicht mehr. So macht man sich auf die Suche nach einem Ersatz. Im Juni 2010 wird schließlich eine neue, digitale Orgel aufgestellt. Die Organisten sind auf Anhieb von diesem neuen Instrument begeistert und auch die Kirchenbesucher bemerken den neuen, schönen Klang. Für die Kosten von rund € 6.000 können wieder Sponsoren gefunden werden. Vom Sparbuch, das von den Erträgen der Kirchensammlungen gespeist wird, werden neue Gewänder für Priester und Ministranten angeschafft. Auch der Volksaltar und der Ambo benötigen eine Erneuerung, weshalb man sich im Vereinsausschuss Gedanken über einen Ersatz macht. Es wird mit der HTL-Hallein Kontakt aufgenommen, ob diese Projekte von Schülern in Form einer Projektarbeit ausgeführt werden könnten. Die Schule erklärt sich unter der Leitung von Herrn Fachlehrer Josef Löffelberger dazu bereit und so wird nach genauer Planung im Spätsommer 2011 bei der Fa. Kiefer in Oberalm die Gesteinsart dafür ausgesucht und mit dem Projekt begonnen. Der Stein für den Sockel – Kirchheimer Muschelkalk – wird von einem LKW der Fa. Voglauer aus Deutschland bei einer Rückfahrt kostenlos mitgenommen.
Der Hochaltar wird schließlich 2011 unter Denkmalschutz gestellt – eine Maßnahme, die zweifellos die künstlerische und historische Bedeutung dieses Altars herausstreicht.
Im Herbst 2011 legt Lipp Bernhofer nach vielen Jahren auch sein Amt als Mesner zurück. Am Weihnachtstag 2011 ruft ihn schließlich Gott zu sich. Er hat viel für dieses Gotteshaus, das ihm auch sehr viel bedeutet hat, geleistet.
Weil nicht sicher bekannt ist, ob Reliquien im Altartisch vorhanden sind, wird im Herbst 2011 Nachschau gehalten. Es wird tatsächlich ein Reliquienbehältnis gefunden, es gibt jedoch zunächst keine Informationen darüber, von wem diese stammen könnten. Eine Öffnung des Behälters im März 2012 lüftet das Geheimnis: Wie bereits erwähnt, sind Reliquien der Märtyrer Castus, Aureus und Eutropius enthalten. Nun werden sie durch solche der Hll. Rupert und Virgil ergänzt und der neuversiegelte Behälter wird im Sockel des neuen Volksaltars seinen Platz finden.

Nachwort
Nun dürfen wir am 29. April 2012 das 50-jährige Jubiläum feiern und am 28. August 2013 besteht der Verein seit nunmehr 110 Jahren. Es ist eine sehr wechselvolle Geschichte, mit einer Reihe von Männern, die Mut gezeigt haben, das Unmögliche möglich zu machen, die immer wieder darum gekämpft haben, ihr Ziel zur höheren Ehre Gottes zu erreichen und die eine Idee weitergetragen und bis in unsere Zeit herübergerettet haben.
Dem jetzigen Vorstand ist es eine Verpflichtung und Ehre, diesem Beispiel zu folgen und dieses kirchliche und kulturelle Kleinod zu erhalten. Es ist uns aber auch wichtig, dass dieses Haus mit Leben erfüllt wird. Deshalb ist es uns ein großes Anliegen, dass die samstägigen Vorabendgottesdienste immer gut besucht werden. Über der Eingangstür steht: Gott liebt dich. Dessen dürfen wir uns alle gewiss sein und der Einladung, in sein Haus zu kommen, möglichst oft nachkommen!
Hans Schnitzhofer
(Schriftführer des Kirchenerhaltungsvereins Rigaus)
Obiger Text ist der Festschrift zum 50-jährigen Jubiläum des Bestehens der Kirche Rigaus entnommen:
Kirchenerhaltungsverein Rigaus (Hrsg.), 110 Jahre Kirchenbau- und Erhaltungsverein Rigaus. 50 Jahre Rigauser Kirche, (Festschrift) Abtenau 2012.
Weitere Fotos von der Kirche Rigaus, respektive von der Altarweih- und Jubiläumsfeier vom 29. April 2012 (50 Jahre Kirche Rigaus - 100 Jahre Kirchenbau- und -erhaltungsverein Rigaus) sind hier abrufbar.















